Fr  27.08.04 

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Veröffentlicht in: Typografie Keine Kommetare »

Ein Expe­ri­ment über gene­ti­sche Typo­gra­fie von Michael Schmitz, ent­stan­den an der UDK-Berlin.

Eine wirk­lich feine und sku­rile Geschichte ver­birgt sich hin­ter die­ser Inter­net­seite, wel­che die uns aus den Bio­lo­gie­stun­den alt­be­kannte Ver­er­bungs­lehre auf Typo­gra­fie über­setzt. So ent­ste­hen teils selt­same obskure Schrift­schöp­fun­gen, doch auch erkenn­bare Ver­er­bung der Merk­male ist zu beobachten.

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Aus­zug aus der Kurz­an­lei­tung zu der Bedie­nung des geno­Typ

Ziel
geno­Typ ist ein Expe­ri­ment in dem Schrift unter gene­ti­schen Aspek­ten betrach­tet wird. Die Merk­male der Buch­sta­ben wer­den in Erb­an­la­gen codiert. Ver­schie­dene Schrift­ar­ten kön­nen nach Belie­ben gemischt und ihre Genome mani­pu­liert wer­den und so gene­rie­ren sich neue Schrif­ten nach gene­ti­schen Regeln.

Weg
Um ver­schie­dene Schrif­ten zu paa­ren, muss ihr gene­ti­scher Code in der Struk­tur über­ein­stim­men. So wie in der Bio­lo­gie kön­nen sich nur Lebe­we­sen paa­ren, die zur sel­ben Art gehö­ren. Schrif­ten sind aller­dings von unter­schied­li­cher Art wie schon in der Bezeich­nung Schrift­art deut­lich wird. Ein a wird bei­spiels­weise durch 30 Punkte, die mit­ein­an­der ver­bun­den sind und die Form erge­ben, defi­niert, ein ande­res mit 60. Man­che a’s haben Seri­fen andere nicht. Es gibt Schrift­ar­ten mit hohem Kon­trast (Unter­schied in der Strich­stärke) und sol­che mit nahezu gleich­blei­ben­der Strich­stärke. Es musste also ein spe­zi­el­les For­mat ent­wi­ckelt wer­den, das für alle Buch­sta­ben gilt: Die Form ergibt sich aus den Aus­ma­ßen, der Strich­stärke und der Seri­fen­form (falls vor­han­den). Das sind also seine Gene. Der Bau­plan, der ein Fru­ti­ger zu dem macht, was es ist, wird in des­sen DNS gespei­chert. Sie ent­hält die Koor­di­na­ten aller Stütz– und Kon­troll­punkte, Anga­ben zur Strich­stärke, Seri­fen­orte und –for­men, Maße und Rela­tio­nen in Form eines gene­ti­schen Codes.

Die Züch­tung
Hier kön­nen Orgi­nal­schrif­ten in einen Stamm­baum gela­den und mit­ein­an­der gepaart wer­den. Außer­dem las­sen sich Ein­stel­lun­gen am Erb­gang beein­flus­sen. Das Gen­la­bor Alle bereits erzeug­ten Schrif­ten und jeder Buch­stabe las­sen sich hier geno­ty­pisch und phä­no­ty­pisch dar­stel­len und mit einer ande­ren Schrift ver­glei­chen. Die ent­stan­de­nen Zei­chen kön­nen durch Mani­pu­la­tion des gene­ti­schen Codes nach­träg­lich hän­disch ver­än­dert und dann gespei­chert wer­den. Außer­dem ste­hen eine Hilfe und ein Lexi­kon zur Erklä­rung der Fach­be­griffe zur Verfügung.

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