Aktuell habe ich ein Typometer in der Mache. Ich hab zwar eigentlich schon welche von Page, Linotype und Berthold und auch das Opensource-Typometer von Daniel Angermann ist nett, doch eigentlich fehlt mir so manches an diesen Typo Werkzeugen.
- Skalen für den goldenen Schnitt
- Fibonacci Reihen, gern auch einfach nur ein paar Zahlenkolonnen
- Ein Zeilenzähler der auch Grundlinienrastersysteme nutzt
- Das Briefbogenfensterlein einfach mal als Maske
- Spickzettel für wirklich täglich Detailtypo-Rätsel
- Schriftgrad-Vergleiche statt Messungen
Besonders überflüssig finde ich inzwischen eigentlich die Standardfunktion eines jeden Typometers: Schriftgrade auszumessen. Im Allgemeinen bin ich doch meist in der glücklichen Situation nicht einen bestehenden Entwurf nachzusetzen, sondern einen Neuen zu erstellen. Da hilft es nicht ausmessen zu können, wie groß ich meine Schrift jetzt gesetzt habe – das kann ich auch einfach in Indesign nachschauen. Viel interessanter wäre wie groß z.B. meine 10-Punkt Schrift im Vergleich zu ein paar anderen 10-Punkt Typen ausschaut.
Ich brauche auch keine Pica, Zoll, oder Sonstwas-Skala – der Goldene Schnitt, 2:3, 3:4, sind mir in meiner täglichen Arbeit viel wichtiger.
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Neulich habe ich mal wieder beim TDC vorbeigeschaut und wollte mir mal wieder die aktuellen Winning Entries anschauen. Da wär zum einen z.B. ein Open-Type-System-Monster wie der feinen Arno pro (siehe fontblog oder adobe.de) von Robert Slimbach zu nennen. Eine Type die alle Opentype-Register wie vier verschiedene Displaygrößen, kyrillische Zeichen uvm. zieht. Doch es gab neben solch technischen Großfamilien in der Kategorie Text auch greifbarere Gewinner mit einem noch einigermaßen überschaubaren Umfang.
Besonders sympathisch aufgefallen ist mir die Olga. So eine Type hab’ ich schon lang nicht mehr gesehen: Sie hat in dem Regular-Schnitt den Charakter einer ausgesprochen klassischen Renaissance Antiqua, doch wirkt doch ausgesprochen zeitgemäß und entspricht dem aktuellen Schriftgeschmack. Dabei ist sie merkwürdig genug und nicht ein weiterer uninspirierter Klon. Insbesondere die derben Einschnitte und harten Kurven – die wohl einem Linoleumschnitt nachempfunden sind – geben der Schrift in diesen Schnitten ein ausgesprochen interressantes Extra. Vielleicht sind die Einschnitte manchem etwas zu extrem, aber das sei dahingestellt – ich find’s eine schöne treffende Idee. Endlich mal wieder was neues.
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Meine neue kleine Schrift – die immer noch namenlos ist, ist inzwischen auf 72Quadrat gelandet. Die stempelig lustig defekte HVD Bodedo ist von 72Quadrat.de nun komplett verschwunden und meiner neuen Namenlosen gewichen. Damit auch die Zwischenüberschriften schön in der neuen Type erstrahlen hat auch sifr wieder auf meiner Website einzug gehalten.
Doch damit nicht genug – Auch meine Flickr-Bilder sind wieder anwesend. Nachdem das Plugin in den letzten Wochen – oder waren es Monate? – einige Probleme hatte, funktioniert es jetzt wieder wunderbar, doch nun sind auch wieder meine kleinen Bildchen auf 72Quadrat zu sehen – neuerdings sind meine typografischen Versuche dort übrigens prominent im Kopf vertreten. (siehe hier)
Ich habe es endlich wieder getan. Die Lektüre der netten zwei Wälzer »Anatomie der Buchstaben« und »Logo Font & Lettering Bible« hat es mir dermaßen in den Fingern gejuckt selbst eine Reihe an Buchstaben zu gestalten.
Nach ersten Anfängen – Ich glaub’ es war 2005 – mit einer Serifenbetonten habe ich vor ein paar Wochen die wenigen schon vorgezeichneten Versalien von ihren Serifen befreit und krätftig an den Formen geschraubt. Vielleicht bekommt mein Schätzchen irgendwann Ihre Serifen wieder, doch vorerst ist genug zu tun. Heute sind zumindest die Minuskeln hinzugekommen teils noch recht grob und unvollkommen oder schlicht zu eigensinnig, doch auch das werde ich den Staben schon noch austreiben.
Doch die Arbeit ist eine regelrechte Freude und man sollte vielleicht wieder jeden einzelnen Studenten und Gestalter der täglich mit Buchstaben hantiert dazu zwingen einmal eine Schrift zu zeichnen. Es war nicht nur eine große Freude die Formen zu entwickeln – es war auch ungemein lehrreich.
Die nächsten Schritte
- Grauwert einiger Zeichen angleichen (insbesondere die Versalinen XYWZ)
- Einigen Buchstaben ihre Macken austreiben – Es werden täglich mehr.
- Die Ziffern zeichnen – auf jeden Fall nicht nur Versalziffern
- Interpunktion
- Sonderzeichen
- Ein paar Alternativformen von denen ich mich nicht trennen kann
- Zurichtung endlich fest zurren
- Kerning,… Kerning,…
Ach ja, das Schätzchen braucht noch einen Namen – wem da was einfällt, immer her damit.
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Es ist soweit. Der Internet Explorer 7 ist da, und es ist auch so einiges Positives geschehen, was uns Webdesigner freuen wird. Doch was soll das? Jetzt gibt’s Cleartype für alle.
Hab’s soeben beim Gerrit von praegnanz.de zum erstenmal in all seiner Pracht in einem Screenshot von SpOn gesehen: Lila Schriftbrei auf weißem Grund. Das ist also unsere neue Bildschirmtypografie. Grund für diese lilafarbene Krankheit sind die hochgelobten Subpixel – immerhin gibt es von MS laut Wikipedia auch ein Online-Programm zur Optimierung der Problematik: Den ClearType Tuner für Windows XP. Doch mal ganz ehrlich: Wer wird das wohl benutzen? 10% der User?
Immerhin ist Cleartype eine ziemlich ordentliche Technik der Schriftglättung, und das Problem der lila Texte wird nur bei einigen Usern auftauchen. Bleibt also zu hoffen daß solche Probleme nicht die Regel sind, und Gerrits Screenshot da die Ausnahme bildet. Natürlich ist Schriftglättung bei größeren Schriftgraden eine wunderbare Sache, doch bei 8 Pixel-Typo? Naja, ich bin auf jedenfall sehr gespannt. Etwas irritierend ist, daß man im Netz vor allem auf Schriftbeispiele mit kurisver Typografie stößt. Wie z.B. hier bei MS – klar, da kommen Pixelschriften einfach nicht mit. Doch das Gros der Bildschirmtypografie in kleinen Graden wird – gottlob – nicht von kurisven Schnitten oder Antiquas geprägt. Wobei auch ein Screenshot auf mezzoblue (ganz unten links ohne Cleartype, rechts mit) macht mir etwas Angst – ist das wirklich besser?
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Auch wenn das neue Spatium-Magazin schon ganz gut durch’s Web gereicht wurde (siehe hier hier und hier) habe ich mich durchgerungen auch meine werte kleine Linkempfehlung auszusprechen.
Es waren doch in der letzten Zeit schöne Beiträge erschienen. Wie erst gestern eine nette kleine Sammlung von Leuchtreklame-Fotografien oder – ganz ähnlich – der Hinweis auf nette Typo Specimem Sammlungen in einer Flickr-Group.
Natürlich wird auch recht kräftig die Werbetrommel mit kleinen Stand-der-Dinge-Beiträgen für den Kern von Spatium gerührt, das gedruckte Magazin selbst. Aber das tun andere auch und mir missfällt’s eigentlich nicht.
Also hoffen wir mal, daß es so erfrischend weitergeht.
Nun hier geht’s zu www.spatium-magazin.de
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