Neulich habe ich mal wieder beim TDC vorbeigeschaut und wollte mir mal wieder die aktuellen Winning Entries anschauen. Da wär zum einen z.B. ein Open-Type-System-Monster wie der feinen Arno pro (siehe fontblog oder adobe.de) von Robert Slimbach zu nennen. Eine Type die alle Opentype-Register wie vier verschiedene Displaygrößen, kyrillische Zeichen uvm. zieht. Doch es gab neben solch technischen Großfamilien in der Kategorie Text auch greifbarere Gewinner mit einem noch einigermaßen überschaubaren Umfang.
Besonders sympathisch aufgefallen ist mir die Olga. So eine Type hab’ ich schon lang nicht mehr gesehen: Sie hat in dem Regular-Schnitt den Charakter einer ausgesprochen klassischen Renaissance Antiqua, doch wirkt doch ausgesprochen zeitgemäß und entspricht dem aktuellen Schriftgeschmack. Dabei ist sie merkwürdig genug und nicht ein weiterer uninspirierter Klon. Insbesondere die derben Einschnitte und harten Kurven – die wohl einem Linoleumschnitt nachempfunden sind – geben der Schrift in diesen Schnitten ein ausgesprochen interressantes Extra. Vielleicht sind die Einschnitte manchem etwas zu extrem, aber das sei dahingestellt – ich find’s eine schöne treffende Idee. Endlich mal wieder was neues.
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Meine neue kleine Schrift – die immer noch namenlos ist, ist inzwischen auf 72Quadrat gelandet. Die stempelig lustig defekte HVD Bodedo ist von 72Quadrat.de nun komplett verschwunden und meiner neuen Namenlosen gewichen. Damit auch die Zwischenüberschriften schön in der neuen Type erstrahlen hat auch sifr wieder auf meiner Website einzug gehalten.
Doch damit nicht genug – Auch meine Flickr-Bilder sind wieder anwesend. Nachdem das Plugin in den letzten Wochen – oder waren es Monate? – einige Probleme hatte, funktioniert es jetzt wieder wunderbar, doch nun sind auch wieder meine kleinen Bildchen auf 72Quadrat zu sehen – neuerdings sind meine typografischen Versuche dort übrigens prominent im Kopf vertreten. (siehe hier)
Ich habe es endlich wieder getan. Die Lektüre der netten zwei Wälzer »Anatomie der Buchstaben« und »Logo Font & Lettering Bible« hat es mir dermaßen in den Fingern gejuckt selbst eine Reihe an Buchstaben zu gestalten.
Nach ersten Anfängen – Ich glaub’ es war 2005 – mit einer Serifenbetonten habe ich vor ein paar Wochen die wenigen schon vorgezeichneten Versalien von ihren Serifen befreit und krätftig an den Formen geschraubt. Vielleicht bekommt mein Schätzchen irgendwann Ihre Serifen wieder, doch vorerst ist genug zu tun. Heute sind zumindest die Minuskeln hinzugekommen teils noch recht grob und unvollkommen oder schlicht zu eigensinnig, doch auch das werde ich den Staben schon noch austreiben.
Doch die Arbeit ist eine regelrechte Freude und man sollte vielleicht wieder jeden einzelnen Studenten und Gestalter der täglich mit Buchstaben hantiert dazu zwingen einmal eine Schrift zu zeichnen. Es war nicht nur eine große Freude die Formen zu entwickeln – es war auch ungemein lehrreich.
Die nächsten Schritte
- Grauwert einiger Zeichen angleichen (insbesondere die Versalinen XYWZ)
- Einigen Buchstaben ihre Macken austreiben – Es werden täglich mehr.
- Die Ziffern zeichnen – auf jeden Fall nicht nur Versalziffern
- Interpunktion
- Sonderzeichen
- Ein paar Alternativformen von denen ich mich nicht trennen kann
- Zurichtung endlich fest zurren
- Kerning,… Kerning,…
Ach ja, das Schätzchen braucht noch einen Namen – wem da was einfällt, immer her damit.
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